Heilpraktiker Ausbildung: Möglichkeiten und eigene Praxis eröffnen

Der Beruf des Heilpraktikers ist eine anerkannte und bedeutsame Aufgabe. Die staatlich geprüften Heiler können die Beschwerden von Menschen mithilfe von naturkundlichen Verfahren lindern. Um eine Praxis als Heilpraktiker Filderstadt zu eröffnen, ist allerdings ein erfolgreicher Prüfungsabschluss notwendig. Und das ist nicht das Einzige, was es zu beachten gilt.

Heilpraktiker-Ausbildung an einer renommierten Schule

Die Ausbildung zum Heilpraktiker ist nicht staatlich reglementiert und variiert stark in der Länge. Sie sollten eine Dauer von mindestens 12 bis zu 36 Monaten einplanen. Durch medizinische Vorkenntnisse reduziert sich die Ausbildungsdauer. An anerkannten privaten Akademien werden entsprechende Lehrgänge angeboten. Diese müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Neben Wochenendkursen existieren zahlreiche Abendkurse und Möglichkeiten zum Fernstudium. Vermittelt werden medizinische und physiologische Grundlagen. Die Anamnese an und mit dem Patienten, diagnostische Verfahren und Anatomie sind ebenso Bestandteil wie naturkundliche Heilverfahren oder das Erkennen von Infektionskrankheiten.

Prüfung zum Heilpraktiker: Inhalte und Kosten

Als angehender Heilpraktiker müssen Sie ein Examen durch das örtliche Gesundheitsamt überstehen. Dazu verlangt man von Ihnen eine schriftliche Anmeldung mit einem polizeilichen Führungszeugnis. Ferner wird ein ärztliches Zeugnis über den Gesundheitszustand benötigt. Die Prüfung findet an jeweils getrennten Tagen in Form eines schriftlichen und mündlichen Teils statt. Insgesamt dauert das Examen drei bis vier Stunden. In der Prüfung werden alle relevanten Themenbereiche von Erster Hilfe über Diagnostik bis hin zu Praxishygiene und Blutabnahme abgefragt. Der schriftliche Teil ist deutlich länger gehalten als der mündliche. Es kann mit Kosten zwischen 300 und 800 Euro gerechnet werden.

Eröffnung der eigenen Praxis

Nach erfolgreichem Abschluss der Heilpraktiker-Ausbildung können Sie einen Antrag beim Gesundheits- und Ordnungsamt zur Eröffnung einer Praxis stellen. Ebenfalls notwendig ist eine Genehmigung durch die zuständige Krankenkasse. Mithin sind 250 Euro als Gebühr für die Erlaubnis zur Berufsausübung zu errichten. Geben beide Seiten grünes Licht, sollten Sie sich um passende Finanzierungsmöglichkeiten kümmern. Staatliche Optionen sind das Gründerdarlehen der KfW oder Zuschüsse durch das Jobcenter. Auch eine privatwirtschaftliche Finanzierung, etwa durch Bankkredite, ist denkbar. Eine ausreichend gute Bonität ist Voraussetzung.

Noch während der Antragsstellung sollten Sie geeignete Räumlichkeiten für die Praxiseröffnung suchen. Gerade bei Berufsanfängern müssen hier zunächst hohe Kosten für Strom, Wasser und Gewerbemiete eingeplant werden. Aufgrund der exorbitanten Immobilienpreise kann es mancherorts sinnvoll sein, über eine Praxis in den eigenen Räumlichkeiten nachzudenken. Hierbei wird der verwendete Teil der Immobilie zum Betriebsvermögen. Entsprechend erhöht sich der Steuersatz bei einer späteren Veräußerung. Konsultieren Sie deshalb vorab einen Steuerberater. Dieser kann Ihnen die steuerlich bestmögliche Alternative vorschlagen.

Betriebswirtschaftliche Kenntnisse, Fachexpertise und Empathie fördern den Erfolg

Nach der erfolgreichen Heilpraktiker-Ausbildung sind Grundkenntnisse in Buchhaltung sowie Buchführung wesentlich. An vielen Volkshochschulen werden spezielle Kurse angeboten. Alternativ können Sie für das Controlling einen Minijobber oder eine Teilzeitkraft einstellen. Buchhalterische Grundkenntnisse sind aber grundsätzlich sinnvoll.

Der Weg zu einer erfolgreichen Praxis gestaltet sich nicht anders als bei privatwirtschaftlichen Unternehmen. Frühzeitiges Werben um Kunden ist ein wichtiger Schritt. Hier können Sie sich nach und nach einen festen Kundenstamm aufbauen. Zugewandtheit im Umgang mit dem Patienten und fachliche Expertise fördern schließlich den wirtschaftlichen Erfolg Ihrer Praxis.

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