Berufsvorstellung: Stadtführer

Stadtführer ist zweifellos ein Traumberuf, für den es allerdings keine offizielle Ausbildung gibt. Die Berufsbezeichnung ist auch in Deutschland nicht juristisch geschützt. Jedermann darf sich Reiseführer nennen, was leider auch einige schwarze Schafe auf den Plan ruft. Das kann Kunden skeptisch machen, was das Geschäft für selbstständige Reiseführer etwas erschwert. Allerdings werden kaum schlechte Erfahrungen mit Reiseführern berichtet. Inzwischen gibt es aber auch digitale Stadtführungen und Stadtrallyes bei denen die User via Smartphone oder Tablet in Verbindung mit spannenden Aufgaben die Stadt auf eigene Faust erkunden können.

Stadtführer: Beruf für Quereinsteiger

Quereinsteiger haben sehr gute Chancen in diesem Beruf, müssen sich aber das nötige Wissen selbst aneignen. Idealerweise stammen sie aus mindestens einer Stadt, durch die sie ihre Gäste führen, manchmal sind sie auch in mehreren Städten tätig. Eine wichtige Fähigkeit für Stadtführer ist ein sehr gutes Zahlen- und Faktengedächtnis, eine weitere nützliche Eigenschaft ist die gute Kommunikationsfähigkeit. Außerdem brauchen Sie für diesen Beruf

  • eine gute körperliche Kondition, denn Sie sind meistens zu Fuß unterwegs,
  • eine gute, klare Stimme,
  • ein Personengedächtnis, um sich die Mitglieder Ihrer Reisegruppe zu merken,
  • ein Netzwerk in der Stadt (Stadtmarketing, Museen etc.) sowie
  • eventuell einen Studienabschluss oder eine andere Ausbildung in Geschichte.

Gute Chancen und Fähigkeiten haben Stadtführer, die bereits im touristischen Bereich tätig waren.

Was macht ein Stadtführer?

Der Beruf ist sehr abwechslungsreich. Stadtführer zeigen Touristen auf geplanten Touren ihre Stadt und liefern dabei entsprechende Hintergrundfakten. Wenn sie wirklich aus der Stadt stammen bzw. schon länger dort leben, können sie die Fakten mit vielen Anekdoten anreichern, die von Zeit zu Zeit auch persönlich gefärbt sein dürfen. Allerdings setzt ein guter Stadtführer dieses Mittel sparsam ein, denn er soll nicht seine Lebensgeschichte, sondern etwas über die Stadt erzählen. Zu den Fakten gehören:

  • historische Hintergründe zu Sehenswürdigkeiten
  • Insider- und Geheimtipps zum Beispiel zu Restaurants
  • Tipps für Shoppinglustige
  • lokale Besonderheiten, Verhaltensregeln und Vorschriften
  • Brauchtum
  • lokale Akteure
  • Wege abseits der Touristenpfade

Stadtführer und Reiseführer: Was ist der Unterschied?

Reiseführer sind meistens auf Busreisen für Tage oder gar Wochen mit einer Reisegruppe unterwegs und haben dabei auch administrative Aufgaben wie die Organisation der Reise inklusive Pausen, der Unterkunft und Verpflegung oder des Freizeitangebots zu erledigen. Nicht immer muss sich ein Reiseführer um all das kümmern, weil für die meisten Aufgaben seine Agentur zuständig ist, doch er muss immer wieder auch Sonder- oder Notsituationen bewältigen, die so auf einem Stadtrundgang kaum vorkommen – etwa ein Krankheitsfall im Bus oder auch die Bespaßung der Gruppe während eines Staus. Stadtführer erscheint daher als die etwas einfachere Tätigkeit.

Schreibe einen Kommentar