Berufsfeld Immobilienmakler – Hat dieser Beruf noch eine Zukunft?

Für jemand, der sich nicht mit der Materie beschäftigt hat, scheint ein Immobilienmakler sein Geld leicht zu verdienen. Er setzt ein paar Inserate in die Zeitung, führt Kaufinteressenten herum und kassiert seine Courtage. Das Internet macht Immobilienmakler überflüssig. Ist das aber wirklich so?

Was macht überhaupt ein Immobilienmakler?

Entgegen der eingangs gemachten Behauptung hat ein guter Immobilienmakler viel zu tun. Die Ermittlung des Verkaufswerts der Immobilie gehört zu seinen wichtigsten Aufgaben. Auf diesem Gebiet sind die Ansichten von Verkäufer und Käufer entgegengesetzt. Der Verkäufer möchte einen möglichst hohen Preis erzielen, der Käufer möglichst wenig zahlen. Der Makler muss zwischen den beiden vermitteln. Werden sich Käufer und Verkäufer einig, erledigt der Makler zahlreiche Behördengänge. Er besorgt Dokumente und kümmert sich beispielsweise darum, dass der Grundriss oder der Energieausweis vorliegen. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Vermarktung der Immobilie auf eine möglichst effiziente Weise und das Erstellen eines Exposés. Er vereinbart Besichtigungstermine und prüft die Bonität von Kaufinteressenten. Erzielen die beiden Parteien eine Einigung, setzt der Makler den Kaufvertrag auf und sendet ihnen den Vertragsentwurf zu. Schließlich begleitet der Immobilienmakler Verkäufer und Käufer zum Notartermin und steht als unabhängiger Berater zur Verfügung.

Wie sieht die Zukunft des Immobilienmaklers aus?

Immobilienmakler wird es auch in Zukunft noch geben. Ganz im Gegenteil, die Nachfrage nach Maklern wird sogar wachsen. Viele Ballungszentren ziehen nach wie vor Menschen aus allen Richtungen an. Wieder andere ziehen aufs Land, übersiedeln in ein Seniorenheim oder wandern aus. Dadurch werden auch in Zukunft Immobilien gekauft und verkauft werden.

Kann das Internet nicht den Immobilienmakler ersetzen?

Nein, denn zum Verkauf einer Immobilie gehört weitaus mehr als nur ein schönes Foto mit dem Preis auf eine Webseite zu stellen. Wie weiter oben bereits erwähnt wurde, leistet ein guter Immobilienmakler in München viel mehr. Vor allem spart er sowohl dem Verkäufer als auch dem Käufer jede Menge Zeit, Nerven und letztendlich auch Geld. Er hat Erfahrung und kennt den Markt. Er weiß, wie viel der Verkäufer realistischerweise für seine Immobilie bekommen kann. Gleichzeitig checkt er den Kaufinteressenten und kann mit seiner Menschenkenntnis einschätzen, ob der sich die Immobilie leisten kann oder nicht und ob er eine zuverlässige Person ist. Gerade dieser persönliche Service wird in der Zeit wachsender Digitalisierung immer wertvoller. So mancher Verkäufer, der sich seinen Anteil der Maklercourtage sparen wollte, merkte schnell, dass die Einsparung doch keine so gute Idee war und dass er am Ende draufzahlen musste. Das verdeutlicht ein kleines Beispiel aus der Praxis. Bereits ein relativ kleines Problem wie ein fehlender Energieausweis kann eine Geldstrafe in Höhe von 15.000 Euro zur Folge haben. Ein guter Immobilienmakler weiß das und wird sich rechtzeitig darum kümmern.

Dann sieht alles bestens aus für Immobilienmakler?

Nicht unbedingt. Ein großes Problem sind die leichten Zugangsvoraussetzungen. Immobilienmakler ist kein anerkannter Beruf. Nach einem 14-tägigen Lehrgang und einer Zulassungsprüfung bei der IHK kann sich jeder Immobilienmakler nennen. Dazu kommt, dass es im Internet immer mehr Maklerfirmen gibt, die weitgehend digital arbeiten und dadurch ihren Service sehr kostengünstig anbieten können. Das stellt eine Herausforderung für Immobilienmakler dar, die sie durch persönliches Engagement bewältigen können.

Schreibe einen Kommentar